Dienstag, 19. August 2008

Preise für Heizmaterial fahren Achterbahn

Wer Heizmaterial für den Winter einlagern muss, erlebt spannende Tage. Der Heizölpreis ist seit dem Höchststand Anfang Juli um ein Fünftel gesunken. Koks hat sich Anfang August um zehn Prozent verteuert. Bei Gas wird der Preisschock im Herbst kommen.


Die Preise für Heizmaterial fahren seit Wochen Achterbahn. Niemand kann derzeit einen verlässlichen Rat geben, ob der ideale Einkaufszeitpunkt schon da ist.
Die Verkäufe beim Heizöl haben mittlerweile angezogen – trotz der Erhöhung der Mineralölsteuer (MÖSt) auf nicht schwefelfreies Heizöl Extraleicht zum 1. Juli. Auslöser dürfte der stark gesunkene Preis sein. Rekordstand war Ende Juni mit 1,085 Euro; gestern lag er unter 0,89 Cent.
„Kunden, die jetzt kaufen, kaufen billiger als jene, die ihren Tank vor dem 1. Juli aufgefüllt haben“, sagt Oskar Kreuzmayr von der gleichnamigen Mineralölfirma in Eferding. „Derzeit ist der Preis sehr interessant, er könnte aber noch ein bisserl nachgeben.“

Ist der Boden erreicht?
Ähnlich argumentiert Bernd Zierhut, Geschäftsführer der Welser Doppler-Gruppe: „Der Boden ist noch nicht erreicht.“ Rudolf Redhammer von Seifriedsberger Mineralöle in Ried sagt: „Wer noch Zeit hat, wartet noch zu.“ Auffällig ist laut Kreuzmayr, dass sich immer mehr Käufer ihren Tank nicht mehr komplett füllen lassen, sondern nur so viel kaufen, um über den Winter zu kommen.
Recht stabil wirkt seit dem Höhenflug vor eineinhalb Jahren der Preis von Holzpellets. Er liegt derzeit bei rund 190 Euro (Lagerhaus OÖ-Mitte). Wer sich noch im Frühjahr eindeckte, konnte dies rund zehn Euro günstiger – allerdings ist der Finanzierungszeitraum länger.

Keine Qual mit dem richtigen Einkaufszeitpunkt haben Haushalte, die an Versorgungsnetzen hängen. Hier bestimmt der Lieferant. Bei Erdgas steht etwa im Oktober eine Erhöhung um rund zehn bis 20 Prozent ins Haus, weil dieser Brennstoff dem Ölpreis folgt. Doch der wäre mittlerweile schon wieder um ein Fünftel gesunken. „Trotzdem hatten wir eine Bewegung nach oben“, sagt Klaus Dorninger, Geschäftsführer von Erdgas Oberösterreich.

Österreichs Energie-Control-Chef Walter Boltz hatte am Wochenende gemeint, die Gasversorgung könnte diese Teuerung schlucken, weil sie zuvor gut verdient hätte. Dorninger: „Trotzdem können wir nicht durchtauchen. Versorgungssicherheit erfordert bei uns auch finanzielle Stabilität.“

Quelle: OÖNachrichten vom 19.08.2008
Bild: Quelle Energiekosten: E-Control, IWO, Primagaz, proPellets Austria, Stand: 6. August 2008

Montag, 18. August 2008

Hohe Ölpreise bringen den Heizungsmarkt in Schwung

Salzburg (SN). Die Hersteller von Pellets-Heizkesseln reiben sich die Hände: Manche Unternehmen haben schon zur Jahresmitte das Vorjahresergebnis übertroffen. Der hohe Ölpreis war bei vielen Ölheizungsbesitzern das Zünglein an der Waage, den meist schon länger geplanten Umstieg auf eine Pelletsheizung nun auch wirklich umzusetzen. Heizkesselhersteller müssen sogar kurzfristig Personal einstellen, um die enorme Nachfrage erfüllen zu können.

Vorsichtig mit Ratschlägen sind hier aber die Energieberater. Zwar spreche nichts gegen den Umstieg auf erneuerbare Energie, doch gebe es meist günstigere Möglichkeiten, den hohen Heizkosten ein Schnippchen zu schlagen.

Wer nicht vorhat, auf ein neues Heizsystem umzusteigen, sollte aber rasch mit dem Einlagern von Brennstoff beginnen. Beim Heizöl könne es möglicherweise noch zu Preissenkungen kommen. Dennoch raten Experten, den derzeitigen Preis von etwa 97 Cent pro Liter zu nutzen – der immerhin um zehn Cent günstiger ist als noch vor einem Monat. Beim Flüssiggas sieht es ähnlich aus: Die Preisentwicklung folgt der Logik von Heizöl. Deshalb raten Fachleute, auch hier mit der Einlagerung zu beginnen. Vorher sollten aber Kostenvoranschläge eingeholt werden. In Österreich gibt es unter den Flüssiggasanbietern kaum Wettbewerb, was bereits die Bundeswettbewerbsbehörde auf den Plan gerufen hat.

Pellets könnten laut Branchenkennern übrigens künftig günstiger werden: Der Engpass und die hohen Preise der Vorjahre konnten durch höhere Produktionskapazitäten behoben werden.

Quelle: 13.08.2008 Salzburg (SN).